Statiker – Spezialist der Stabilität
Statiker befassen sich in besonderem Maße mit der Frage der Standsicherheit und Stabilität eines Gebäudes.
Ein Haus braucht einen Statiker, was wäre ein Bauvorhaben ohne Statikgutachten? Kann man etwas ohne Statiker bauen? Brauche ich notwendiger Weise einen Statiker?
Lasten und Kräfte von ruhenden Körpern sind der Schwerpunkt einer Untersuchung des Statikers.
Es ist sinnvoll, mehrere Statiker miteinander zu vergleichen, um festzustellen, welcher zu Ihren Vorstellungen und zu Ihren Anforderungen bzw. Ihrem Projekt passt.
Hierzu bietet Ihnen PLAING auch in diesem Bereich ein entsprechendes Speziallistenverzeichnis. Dort können Sie sich mittels der Profile der Statiker einen Überblick verschaffen und sehen dort auch angegebene Referenzen und weitere Informationen zum jeweiligen Statiker.
So können Sie vorab eine Liste zusammenstellen und diese nach Ihren Präferenzen kontaktieren und vergleichen.
Wir geben Ihnen hier nachfolgend einen Überblick über häufig gestellte Fragen:
Was ist eine Statik und was sagt Sie aus?
Statiker erstellen ein Statikgutachten.
Dies enthält eine Prüfung der allgemeinen Standsicherheit des Gebäudes, einen Fundamentplan, Prüfungen der Decken, Zeichnungen der Ausführung des Brandschutzes und die Prüfung der Dachkonstruktion.
Somit werden alle relevanten Aspekte des Gebäudes auf ihre Sicherheit hin untersucht.
Welche Aufgaben führt ein Statiker aus?
Hinsichtlich der Hausplanung werden Konstruktionsentwürfe von Statikern übernommen. Statiker erstellen eine sogenannte Tragwerksplanung, für Neu- oder Umbauten. So sollte vor Entfernen einer Wand die Statik auf Konsequenzen geprüft werden.
Auch eine Untersuchung der aktuellen Statik eines Gebäudes gehört zu den Aufgaben, z. B. um mögliche Veränderungen zu kalkulieren oder die Folgen eines Schadens zu berücksichtigen.
Generell übernehmen Statiker auch eine beratende Funktion für Architekten oder Bauingenieure hinsichtlich der Statik des Baues und überwachen ebenfalls den Baufortschritt vor Ort.
Wann wird ein Statiker benötigt?
Statiker werden beim Umbau, der Planung und Durchführung eines Neubaus, für Schadensgutachten oder in beratender Funktion gefordert.
Gerade wenn Sie Fragen hinsichtlich der Statik haben oder ihr Gebäude Risse oder eine Veränderung der Wände aufweist, sollten Sie einen Statiker hinzuziehen.
Sobald Wände, Pfeiler, Säulen oder sonstige eventuell tragende Elemente baulich verändert werden sollen, ist ein Statiker ebenfalls sinnvoll.
Schließlich soll das Gebäude nach wie vor nutzbar sein und nicht durch die Veränderung gefährdet werden.
Ist eine Statik Pflicht?
Ein Standsicherheitsnachweis ist für alle Bauvorhaben in Deutschland vorgeschrieben. Dies umfasst die Darstellung des gesamten statischen Systems inklusive Berechnungen und Bodengutachten. Der Standsicherheitsnachweis ist am besten durch einen Statiker zu erbringen, dies ist jedoch im Detail gesetzlich nicht festgelegt.
Bei allen Gebäude über einer Höhe von 7 Metern ist dieser Nachweis des Weiteren durch hinzuziehen eines Prüfingenieurs zu prüfen. Ein Prüfingenieur muss somit das Bauvorhaben nur bei größeren Vorhaben verpflichtend abnehmen, dies ist jedoch generell empfehlenswert.
Welche Unterlagen benötigt der Statiker von mir?
Im Falle eines Neubaus arbeitet der Statiker eng mit dem Architekten in dessen Planungsvorgang zusammen und überprüft dann die Baustelle. Hier erhält er entsprechende Pläne von Seiten Ihres Architekten.
Im Falle eines Umbaus sieht das anders aus, da bereits ein Haus steht, welches nun baulich verändert werden soll (oder bereits wurde): Am besten wäre es natürlich, wenn Sie Ihrem Statiker direkt eine detaillierte Bauzeichnung des bereits bestehenden Bauwerkes in die Hand drücken können.
Falls dies nicht möglich ist, sollten Sie raussuchen, was Sie an Unterlagen und Dokumentation ihres Gebäudes besitzen. Dazu gehört die genaue Bauzeit, alte Bauzeichnungen, alte Bauanträge (ggf. vom Bauamt anfordern) sowie auch Fotos von Bauarbeiten.
Im besten Fall auch fotografische Dokumentation der Öffnung einzelner Bauelemente. Am besten laden Sie den Statiker auch unverbindlich vorab einmal zu einer Besichtigung vor Ort ein.
Und was erhalten Sie von Ihrem Statiker?
Ihr Statiker oder Architekt stellt ihnen einen Standsicherheitsnachweis und Bewehrungspläne aus. Dazu erhalten sie folgende Nachweise: Wärmeschutznachweis, Schallschutznachweis und Brandschutznachweis.
Was kostet ein Statiker?
Die Kosten eines Statikers richten sich äußerst individuell nach dem jeweiligen Untersuchungsobjekt.
Allgemein lässt sich sagen, dass ein Stundensatz von 80 bis 120€ zugrunde gelegt wird. Die Kosten werden nach Leistungsphasen des Baues abgerechnet.
Insgesamt richtet sich die Kostenberechnung des Gehalts nach der HOAI (Honorarordnung für Architekten und Ingenieure). Als allgemeiner Orientierungswert kann ein Durchschnittswert für die Beauftragung eines Statikers zur Durchführung der Statik für ein Einfamilienhaus genannt werden: Dies beläuft sich auf ca. 3.000€.
Ein kleiner Tipp am Rande: Die Kosten für den Statiker lassen sich als außergewöhnliche Belastung steuerlich absetzen (aber nur wenn es sich um eine Vorsorgemaßnahme handelt).
Unternehmen oder Selbstständige können die Kosten für den Statiker als Werbungskosten bzw. Betriebsausgaben absetzten, wenn sich Geschäftsräume im Gebäude befinden.
Achten Sie darauf, dass Sie abschließend eine Rechnung ihres Statikers erhalten oder die Kosten des Statikers auf der Gesamtrechnung gesondert ausgewiesen werden.
Wie lange dauert die Erstellung einer Statik?
Die Dauer richtet sich selbstverständlich nach der Größe und Komplexität ihres Gebäudes. Als Richtwert werden für ein Einfamilienhaus 40 Werktage angegeben, manche Statiker bieten auch auf Wunsch eine Expressleistung an.Wer beauftragt die Statik?
Wer beauftragt die Statik?
Die Statik kann entweder durch den zuständigen Architekten oder Sie selbst beauftragt werden.
Ein Prüfstatiker kann ebenfalls durch Sie selbst beauftragt werden (Sinnvoll für die Prüfung und rechtliche Absicherung Ihres Bauantrages, bevor Sie diesen einreichen).
Eine Behörde kann allerdings auch gezielt einen Prüfstatiker zur Überprüfung Ihres Bauvorhabens einsetzten.
Wie finde ich den richtigen Statiker für mein Projekt?
Richten Sie sich nach Qualifikationen, bisherigen Projekten und Erfahrungen des Statikers in Projekten ähnlich Ihrem, Ihrem persönlichen Eindruck sowie auch den Eindruck, den Sie vom ersten Umgang des Statikers mit ihrem Projekt haben (im Idealfall laden Sie diesen vorab zu einem Besichtigungstermin ein).
Statiker finden Sie unter der Berufsbezeichnung Statiker, manchmal auch aufgrund der identischen Ausbildung als Bauingenieur, Sie sind in Tragwerkplanungsbüros tätig.
Eine räumliche Nähe des Büros zu ihrem Gebäude ist natürlich vorteilhaft.
Im Bereich der Sanierung und des Umbaus ist es hilfreich einen Statiker zu wählen, der bereits zuvor mit Häusern dieses Baustils bzw. dieser Zeit gearbeitet hat.
Wer ist berechtigt eine Statik aufzustellen?
Eine Statik durchführen kann jeder, die Frage ist die der Anerkennung. Diese kann nur bei Durchführung durch eine anerkannte Person erfolgen.
Zur Erstellung von Plänen (für einfache Gebäude), die keiner weiteren Prüfung (durch einen Prüfstatiker) benötigen, ist eine Eintragung in die Liste der „qualifizierten Tragwerksplaner“ notwendig sowie der Nachweis von 3 Jahren Berufserfahrung.
Auch Bauingenieure mit Master- oder Diplomabschluss sind in der Regel in der Lage die Statik entsprechend zu berechnen. Diese muss dann aber, sobald eine Eintragung in der eben genannten Liste vorliegt, nachträglich durch einen Prüfstatiker geprüft werden um entsprechend anerkannt zu werden.
Eine Mitgliedschaft in einer Kammer oder Vereinigung ist nicht zwingend notwendig, liegt aber meistens vor.
Es ist zu beachten, dass in manchen Bundesländern zwingend ein Statiker zur Ausführung des Statikgutachtens vorgeschrieben ist. Es wird ein entsprechend genaues Vorgehen der Durchführung des Gutachtens nach Prüfungsordnung festgelegt.
Ist ein Architekt auch ein Statiker?
Ein Architekt übernimmt durchaus auch Aufgaben, die eigentlich einem Statiker zufallen.
Er ist auch berechtigt gewisse Gutachten aufzustellen bzw. Statiken zu kalkulieren, dennoch ist sein Schwerpunkt die Hausplanung insgesamt und die Berücksichtigung der Nutzung und Ästhetik.
Der Statiker ist der Spezialist der Lasten, es ist sein Fachbereich, sein Hauptberuf. Somit ist er der professionelle Ansprechpartner und wird in der Regel auch von Architekten konsultiert.
Was ist der Unterschied zwischen Statiker und Prüfstatiker?
Bei einem Statiker und einem Prüfstatiker handelt es sich beides um Statiker, sie haben die gleiche Form des Abschlusses absolviert.
Als Prüfstatiker kann sich jedoch solch ein Statiker bezeichnen, der durch die Behörde anerkannt wurde.
Dies ist mittels eines speziellen Anerkennungsverfahrens möglich, welches der Statiker absolvieren muss, um somit Prüfstatiker sein zu dürfen. Diese werden alternativ auch als Prüfingenieure im Bereich der Baustatik bezeichnet.
Prüfstatiker überprüfen die Berechnungen des jeweiligen Statikers. Sie sind für die Behörde tätig und bestätigen die Richtigkeit der Statikberechnung, von unabhängiger Seite.
Wann wird ein Prüfstatiker benötigt?
Einen Prüfstatiker benötigen Sie, wenn Sie sich mit der Statik an eine Behörde richten. Der Prüfstatiker übernimmt die rechtliche Haftung für die Statik und garantiert die Richtigkeit der Berechnungen des Statikers.
Dies benötigen Sie z. B., wenn Sie einen Bauantrag stellen oder einen Nachweis über einen erfolgten Umbau amtlich einreichen müssen, auch im Falle von Gutachten im Rahmen einer Schadensklage ist dies notwendig.
Die Kosten zur Überprüfung einer Standsicherheit durch einen Prüfstatiker beläuft sich, hier seien Orientierungswerte genannt, auf ca. 670€. Die Prüfung einer Ausführungszeichnung liegt bei ca. der Hälfte dieses Preises.
Suchen Sie sich somit einen entsprechend guten Statiker, der zu Ihren Aufgaben passt – dann hat Ihr Prüfstatiker später weniger Arbeit.